EHRKO Beschützendes Wohnzentrum von 1992 bis heute

1992 – 1995: Übernahme der Betreiberschaft, Marktorientierung, neue Herausforderungen durch die „Enthospitalisierung“ in den Bezirkskrankenhäusern.

 

Das überstürzte Vorgehen der Kostenträger als sozialpolitische Panikreaktion auf die „Psychiatrie-Enquete“ sorgt in praktisch allen stationären Einrichtungen für chaotische Zustände.
 
1996 – 1998: Erste konzeptionelle Anpassungen mit differenzierten Angeboten für Menschen mit Suchtproblemen und psychiatrischen Erkrankungen („Doppeldiagnosen“).
 
Beginn der Planungen, die Bereiche „Hilfe zur Pflege“ und „Eingliederungshilfe“ organisatorisch, personell und räumlich zu trennen.
 
Die vielerorts gefürchtete Einführung der Pflegeversicherung wirkt sich auf die Einrichtung positiv aus. 
 
Führungsstil und Unternehmensstrategie setzen mit Erfolg auf ein partnerschaftliches Einvernehmen mit MDK-Prüfern und Heimaufsicht.
 
Als Reaktion auf den ‚leergefegten Stellenmarkt‘ im Pflegebereich startet das EHRKO-Wohnzentrum eine langfristig angelegte ‚Qualifizierungsoffensive‘ und fördert aktiv berufsbegleitende Ausbildungsgänge zur Pflegefachkraft und Heilerziehungspflege.
 
21.10.1997: Start des Pilotprojekts „Beschützte Außenwohngruppe“ in der Sankt Veiter Straße 22.
Wohnprojekt E6

Dort und in einem Teilbereich der Trainingswohngruppe „1.Stock“ im Haupthaus gelingt 1999 erstmals die Qualitätszertifizierung durch die PSAG-Mühldorf am Inn.

 
1999 – 2000: Errichtung des Neubaus. Ab 15.02.2000 arbeiten die „Fachbereiche“ Eingliederungshilfe (Haupthaus, 3.OG Neubau, „Wohnprojekt“) und „Gerontopsychiatrie (die Etagen eins bis drei im Neubau) eigenständig und kooperieren als „Verbundeinrichtung“.
 
Im Untergeschoss des Neubaus erreicht das arbeitstherapeutische Angebot (Schreinerei und Holzgruppe, Keramik, Ergotherapie) ein bislang nicht gekanntes Niveau.
Das Beschäftigungsangebot wird durch eine Gartengruppe ergänzt.
 
Die Personaleinsatzplanung im „Fachbereich E“ verwirklicht die Idee der multiprofessionellen Teams.
 
Im Fachbereich Gerontopsychiatrie beginnen die berufsbegleitenden Ausbildungen zur „Fachkraft für Gerontopsychiatrie“.
 
Die Fachkräftequote steigt in beiden Bereichen auf über 60 Prozent.
 
2001 – 2003:
„Marktbeobachtung“ und Zielgruppenanalysen werden in die Konzeptaktualisierung integriert.
 
Die Leitidee „Leistungsanpassung statt Anpassungsleistung“
wird durch die konsequente Ausrichtung des Betriebes auf ein Soziales Dienstleistungsunternehmen umgesetzt.
 
Ein professionelles Qualitätsmanagement wird implementiert. 
 
Personaleinsatz- und Entwicklungsplanung sowie das Qualitätshandbuch werden im Rahmen einer umfassenden fachlichen Prüfung des Fachbereichs Eingliederungshilfe anlässlich „harter“ Entgeltverhandlungen mit dem Bezirk Oberbayern als „beispielhaft“ anerkannt.
 
Das EHRKO-Wohnzentrum etabliert sich dadurch endgültig als „Spezialeinrichtung für Menschen mit komplexem Hilfebedarf“. Refinanzierung der multiprofessionellen Fachkräftequoten von 80% (E-Bereich) und 70% (G-Bereich). Die Zahl der Beschäftigten steigt auf 130 MitarbeiterInnen. 
 
Neue Herausforderungen:
„Borderline-Problematik“, Menschen mit „trivalenten Störungsprofilen“. 
 
2004: Eröffnung der „Wohngruppe Borderline“. Innerhalb kürzester Zeit vergrößert sich das Versorgungsgebiet auf Bundesebene. 
 
Seither besteht eine Warteliste für Heimaufnahmen im Fachbereich Eingliederungshilfe von durchschnittlich 40 Bewerbern. 
 
Der Fachbereich Gerontopsychiatrie kann aufgrund der „internen Nachfrage“ aus der Eingliederungshilfe trotz des (landkreisübergreifenden!) Rückgangs von Heimanmeldungen (bis heute) eine Belegungsquote von 100% aufrechterhalten. 
 
2005 – 2007: Umfangreiche Investitionen in die Strukturqualität der Einrichtung 
 
Die Einführung des Gesamtplanverfahrens (von den Einrichtungen wird die Erstellung fachlich fundierter Berichte als Grundlage für die Kostenübernahmen verlangt) leitet eine „Auslese“ im Marksegment „Stationäre SGB XII Leistungen“ ein. 
 
09.02.2005 - Das „PSAG-Qualitätssiegel“ wird für den gesamten E-Bereich erteilt.
Das EHRKO-Wohnzentrum übernimmt eine tragende Rolle innerhalb der PSAG und des AKV-Mühldorf am Inn.
 
Das „Atrium“ wird zur zentralen Fortbildungsstätte des AKV. Es können hochrangige Dozenten gewonnen werden, unter anderem Professor Doktor Dose (Chefarzt Isar-Amper-Klinikum Taufkirchen/Vils), Richard Schmidmeier (Chefarzt Inn-Salzach-Klinikum)...

Die AKV-Tagung „Quo vadis Geld?“ am „24.11.2006 beleuchtet die volkswirtschaftliche Bedeutung sozialer (vorrangig stationärer) Dienstleistungen. Es stellt sich heraus, dass sich die im Landkreis Mühldorf tätigen Einrichtungen faktisch als „Exporteure“ dieser Dienstleistungen betrachten können und sollten.

 
Das Schlagwort vom „Social-Service-Valley Mühldorf“ als anerkannter Kompetenzstandort für Pflege und Betreuung macht die Runde und findet bis heute zunehmende Beachtung.
  
Auslagerung von Heimplätzen in die benachbarte „Wohnanlage Klosterblick“, Beethovenstraße.
Wohnanlage Klosterblick

Analog zur Gründung des Wohnprojekts betritt das EHRKO-Wohnzentrum konzeptionelles Neuland.

  
Die in der Folgezeit erarbeitete Verknüpfung von maximalem Wohnkomfort mit engmaschiger therapeutischer Versorgung setzt neue Maßstäbe in der stationären Eingliederungshilfe.
Wohnraum E7

Das EHRKO-Wohnzentrum erreicht die Marktführerschaft im Bereich der beschützenden Eingliederungshilfe.

  
29.11.2007: Staatssekretärin Melanie Huml spricht beim Festakt zur Einweihung der Therapieräume im zusätzlich errichteten Dachgeschoss des Haupthauses von der „Mustereinrichtung EHRKO“.
Lounge im neugeschaffenen Therapiebereich

2008 – 2010: Abschluss und „Feinjustierung“ einer Leistungsvereinbarung für den SGB XII-Bereich.

Der sozialpädagogische Fachdienst des Bezirks Oberbayern wertet dabei das Berichtswesen des EHRKO-Wohnzentrums als „herausragend“. 
 
Die Wohngruppe E7 („Beschütztes Wohnen Beethovenstraße“) wird auf 18 Plätze mit eigenem Personalstützpunkt erweitert. Im März 2010 gelingt die Refinanzierung der hierfür notwendigen Planstellen und des Therapeutischen Fachdienstes insgesamt. 
 
2008 – 2010: Die Zahl der bettlägerig pflegebedürftigen Menschen hat sich stark vermindert; im Gegenzug erhöht sich das „mobile Klientel“ im Fachbereich G. 
 
Folgerichtig werden Planung und Errichtung des Erweiterungsbaus umgesetzt.
Die großzügig gestalteten Aufenthaltsräume werden im April 2010 bezugsfertig.
 
Der FQA („Heimaufsicht“) bezeichnet den Anbau anlässlich einer nicht angekündigten Heimbegehung am 16.08.2010 als „auf überzeugende Weise bewohnerorientiert und architektonisch überaus gelungen“.
Anbau

Sommer 2011: Der Bezirk Oberbayern tritt mit der Bitte an das EHRKO-Wohnzentrum heran, einen Klienten mit extrem hohen Hilfebedarf zu versorgen. Die hierfür notwendige "Einzel-Leistungsvereinbarung" tritt mit Aufnahme des Klienten am 18.01.2012 in Kraft. Erneut zeigt sich, welch überdurchschnittliches Qualitätsniveau die Einrichtung erreicht hat.

 

02.05.2013: Inkrafttreten einer zweiten Einzel-LV auf Initiative des Bezirk Oberbayern.

 

Juni 2013: Die Wohngruppe E7 wächst auf 26 Plätze an und setzt für den Leistungstyp WTES (intensiv-betreut) neue Maßstäbe.

 

23.07.2013: Auch unter den neuen, deutlich schärferen Qualitätskriterien gelingt die Nachzertifizierung für das PSAG-Qualitätssiegel. Die erfolgreich bestandene Prüfung wird vom PSAG-Vostand am 16.10.2013 bestätigt. Die Übergabe des Siegels erfolgte am 07.04.2014.