Unser Angebot

Ausgangslage

Eine sinnvolle gerontopsychiatrische Versorgung muss dem Prinzip der „zwangfreien Umsorgung“ folgen und auf die wechselnden Befindlichkeiten der Klienten flexibel reagieren können.  Die gesamte Prozessqualität des Fachbereichs Gerontopsychiatrie steht also mit der konsequenten Realisierung des Gebotes der „Leistungsanpassung des Dienstleisters, anstelle der Anpassungsleistung der Klienten“ in direktem Zusammenhang. Neben einer der Klientel zuträglichen äußeren Umgebung (behindertengerechte Ausstattung, Orientierungshilfen, auf Sicherheit bedachte Wohnlichkeit) steht die von der Fachkompetenz der Mitarbeiter getragene Organisation der Arbeitsabläufe im Sinne einer bewohnerorientierten Milieugestaltung unter Berücksichtigung beschäftigungstherapeutischer Inhalte und Verinnerlichung der Validation (nach Naomi Feil) als Arbeitsstil im Zentrum unseres gerontopsychiatrischen Anforderungsprofils.

 

Die Erfüllung dieser Aufgaben erfordert eine methodische Steuerung, die im Sinne der Klienten den Sinn und den Erfolg des kompletten Prozessgeschehens (Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität) objektiv hinterfragt und somit geeignet ist, die Zufriedenheit unserer Klienten zu steigern. Die Einführung eines internen Qualitätsmanagementsystems unterstützt uns dabei, die Qualität aller zu erbringenden Leistungen kontinuierlich zu sichern und zu verbessern.

Kapazität und Ausstattung:

  • Drei WGs mit jeweils 16 Plätzen (zusätzl. ein fakultativer Pflegeplatz) in 8 Doppelzimmern mit integrierten Nasszellen
  • Zwei Aufenthaltsräume pro Wohngruppe
  • Werkstätten für Beschäftigungs-, Arbeits-, Ergo- und Musiktherapie
  • Festsaal, Sport- und Gymnastikraum
  • Gartenanlage mit sonnen- und windgeschützten Terrassen, Wintergarten
  • Rollstuhlgerechter Firmenbus, PKWs für Kliententransporte
  • Alle Räumlichkeiten und Außenanlagen sind behindertengerecht ausgestattet.

Grund- und Behandlungspflege

Die Grundpflege wird im Rahmen der individuellen Hilfeplanungen nach den Grundsätzen des Pflegemodells von M. Krohwinkel durchgeführt.

Ein zeitgemäßes Dokumentationssystem dient nicht nur der Erfüllung gesetzlicher Nachweispflichten, sondern wird als entscheidendes Instrument der Qualitätssicherung eingesetzt. Pflegeplanungsgespräche bzw. Ausarbeitung und Evaluation der Hilfeplanungen finden in regelmäßigen Abständen statt.

Pflegevisiten durch die verantwortliche Pflegefachkraft werden halbjährlich abgehalten. Die gerontopsychiatrischen Fachkräfte übernehmen im Pflegeprozess die Aufgabe, die spezifisch gerontopsychiatrischen Elemente der Versorgungsleistung (z.B. Biographiearbeit, Krisenprävention, R.O.T., 10-Minuten-Aktivierung, klientenorientierte Tagesablaufgestaltung) im aktiven Dienst in den Wohngruppen dauerhaft zu implementieren und fungieren somit als Garanten für die klientenzentrierte Versorgung.

Dazu gehört – sofern gewünscht - die Einbindung der gesetzlichen Betreuer und der Angehörigen in die Maßnahmen der Pflegeplanungen.Die Behandlungspflege erfolgt nach den ärztlichen Vorgaben und ist in die individuellen Hilfeplanungen integriert.Die Kompensation und Überwindung reversibler Schädigungen der Klienten geschieht unter Anwendung der zeitintensiven aktivierenden Pflege. Die Linderung irreversibler oder fortschreitender Schädigungen erfolgt unter individueller Anwendung palliativ-medizinischer Erkenntnisse. Besonderer Wert kommt dem würdevollen Sterben unserer Klienten zu. In Kooperation mit dem Anna – Hospiz Verein in Mühldorf am Inn sind die Pflegeteams bestrebt, den weltanschaulichen und religiösen Überzeugungen der Klienten insbesondere in ihren letzten Lebensstunden in angemessener Weise Rechnung zu tragen.

Betreuerisch - pädagogisches Angebot

→ Förderung und „Zulassen“ lebenspraktischer Fähigkeiten:
     ♦ hauswirtschaftliche Tätigkeiten in den Wohngruppen
     ♦ selbstbestimmtes Einkaufen, eigenständiges Kochen
     ♦ Zubereiten von Mahlzeiten, eigenständige Auswahl der Kleidung
  → Einzelgespräche mit Pflege- und Betreuungspersonal
  → Beschäftigungs-, Arbeits-, Ergo- und Musiktherapie
  → Freizeitangebote ( Ausflüge, kulturelle Veranstaltungen, Kirchgänge, Spaziergänge etc.)
  → Regelmäßige Festgestaltung, mindestens einmal im Monat
  → Sport, Gymnastik und Bewegungsübungen
  → Hobbyförderung
  → Vermittlung externer Dienste (Fußpflege, Friseur, Krankengymnasten etc.)
  → Begleitung zu Arztterminen
  →Wahrung der Mitbestimmungsrechte der Klienten bzgl. der:
     ♦ Wohngruppenorganisation
     ♦ Menüauswahl
     ♦ Art und Inhalt von Veranstaltungen 
     ♦ Ausstattung von Wohn- und Gemeinschaftsräumen durch
          - Einzelgespräche
          - Klientenversammlungen
          - Kundenbefragungen mit Beistand des Heimfürsprechers

Speisen- und Getränkeversorgung

Auch und besonders im Rahmen der stationären Versorgung ist es unser Bestreben, auf die individuellen Vorlieben, Abneigungen oder Unverträglichkeiten der uns anvertrauten Menschen Rücksicht zu nehmen. So wird das Speisenangebot fortlaufend anhand der Erkenntnisse aus der Biografiearbeit modifiziert und durch unmittelbare Rückmeldung seitens der Klienten und des Pflegepersonals anlassbezogen und regelmäßig (1x wöchentlich bereichsübergreifende sog. „Schnittstellenbesprechungen“ + 1x wöchentlich Befragung der Klienten durch Koch/Köchin + 2-3x monatlich schriftliche „Kundenbefragung“ zum Speisenangebot) bewertet und optimiert. Die Beachtung diätetischer Vorgaben ärztlicher Verordnungen geschieht unter größtmöglicher Beteiligung der Klienten. Die vorliegenden Krankheitsbilder setzen in der Regel den Maßnahmen der Ernährungs- und Diätberatung Grenzen, doch die dadurch entstehenden Probleme können im Grundsatz stets durch die Einbeziehung von Angehörigen und Betreuern in den Pflegeprozess und eine kreative Umsetzung ernährungsphysiologischer Gebote in Zubereitung und Darreichung gelöst werden. Grundsätzlich wird besonderer Wert auf die Zubereitungsart (frische Zutaten, wenig bis keine Fertigprodukte), auf die Sorgfalt der Darreichung (ansprechender Service, verträgliche Portionen) und auf flexible Mahlzeiten (Abkehr von starrer Gruppenverpflegung, Erhalt persönlicher Gewohnheiten bezüglich Zeitpunkt, Art, Häufigkeit und Menge der Nahrungsaufnahme) gelegt. So irgend möglich, wird von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die Klienten im Rahmen von Kochgruppen an der Zubereitung (einfacher) Speisen in den Wohngruppen teilhaben zu lassen. Die zu diesem Zweck auf jeder Wohngruppe installierten Küchenzeilen gewährleisten überdies, dass insbesondere warm zu verzehrende Speisen und Getränke in schmackhafter Form und in verschiedensten Portionsgrößen durchgehend verfügbar sind. Besonders schwere Fälle dementieller Verwirrtheit haben nämlich mitunter die Fähigkeit eines Klienten, sich angemessen auf die Nahrungsaufnahme konzentrieren zu können, beeinträchtigt oder gar zerstört, so dass für diese Menschen auch der spontane Zugriff auf Speisen oder Getränke über die Wohngruppenküchen unverzichtbar ist. Zusätzlich fördern wir den Erhalt individueller Eigenheiten durch die fachgerechte Beschaffung, Lagerung und Ausgabe von über Barbeträge oder Eigenmitteln finanzierten Nahrungs- und Genussmitteln (z.B. spezielle Getränke, Schokolade, Delikatessen...), die im Heimentgelt nicht enthalten sein können.